Gottvertrauen – Wenn aus Leid Gutes entsteht

Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist, nämlich am Leben zu erhalten ein großes Volk.
1. Mose 50,20 LU17
Dankbarkeit für das Gute in unserer Mitte
Oft erkennen wir nicht sofort, wie viel Gutes in unserem Leben geschieht. Doch wenn wir genau hinsehen, entdecken wir, dass Gott uns segnet – in den kleinen und großen Dingen. Wir erleben Menschen, die sich mit Liebe begegnen, einander helfen und ein Segen für ihre Mitmenschen sind. Sei es in der Musik, der Seelsorge oder im Alltag – Gottvertrauen zeigt sich in unserem Tun. Auch wenn wir manchmal auf Ungerechtigkeit stoßen oder Schwierigkeiten erleben, bleibt eine Wahrheit bestehen: Gott kann aus allem Gutes entstehen lassen.
Gottvertrauen – Er ist immer da – auch in schwierigen Zeiten
Unser Leben verläuft nicht immer gradlinig. Es gibt Höhen und Tiefen, Freude und Leid. In solchen Zeiten kann unser Gottvertrauen ins Wanken geraten, vor allem wenn Gebete scheinbar unbeantwortet bleiben. Doch Gott sieht das große Ganze.
Ein beeindruckendes Beispiel dafür ist Josef. Er wurde von seinen eigenen Brüdern verkauft, verleumdet und ins Gefängnis geworfen. Doch trotz all dieser Prüfungen blieb er Gott treu. Erst im Rückblick erkannte er, dass Gott ihn durch diese schwierigen Zeiten geführt hatte, um ihn letztlich zum Segen für viele zu machen. Auch in unserem Leben gibt es Momente, die sinnlos erscheinen – doch Gott verfolgt einen Plan, der größer ist als unser Verstehen.
Gottvertrauen – Vertrauen auf Gottes Plan
Ein Teppichknüpfer saß vor seinem Laden und arbeitete unermüdlich. Tag für Tag und Stunde für Stunde fügte er einen bunten Faden nach dem anderen in sein Werkstück. Ein Mann, der vorüberkam, blieb stehen, beobachtete ihn eine Weile und fragte sich kopfschüttelnd, wo dieser Arbeiter wohl sein Handwerk gelernt hatte. Er konnte nur ein chaotisches Wirrwarr erkennen. Ein paar Tage später kam er wieder vorbei. Der Teppich war nun fast fertig, aber er sah noch bunter und wirrer aus als ein paar Tage zuvor. Da fasste er sich ein Herz und fragte den Arbeiter: ‚Was machst du denn bloß? Das sieht einfach nur furchtbar und chaotisch aus!‘ Der Teppichknüpfer lächelte, hob sein Werkstück in die Höhe und bat den Besucher, darunter zu treten und den Teppich von der Rückseite zu betrachten. Dort erschien ihm ein wunderbares und vollkommenes Bild – das schönste, das er je gesehen hatte.
gefunden auf Bistum-Osnabrück.de, Quelle unbekannt
Oft sehen wir unser Leben wie ein Gewirr aus einzelnen Fäden. Doch Gott sieht das vollständige Muster. Auch wenn wir den Weg nicht verstehen, dürfen wir darauf vertrauen, dass er uns leitet. Er zwingt niemanden, bestimmte Entscheidungen zu treffen, doch er kann selbst aus dem Bösen Gutes entstehen lassen.
Wenn wir an Gottvertrauen festhalten, können wir mit Kraft und Hoffnung voranschreiten – selbst in den dunkelsten Zeiten. Josef war ein lebendiges Beispiel dafür. Seine Geschichte zeigt uns: Wer sich auf Gott verlässt, wird erleben, dass er uns durch alle Umstände trägt.
Gutes tun als Antwort auf Gottes Liebe
Gottes Liebe zu uns ist nicht abhängig von unserer momentanen Lebenssituation. Er liebt uns in Freude und Leid, in Erfolg und Misserfolg. Und aus dieser Liebe heraus dürfen auch wir handeln. Wir tun Gutes nicht, um Anerkennung zu erhalten, sondern weil Gott es uns vorgelebt hat.
Josef erkannte am Ende seines Lebens: Alles, was er durchlitten hatte, hatte einen tieferen Sinn. Sein Leid diente dazu, viele Menschen zu retten. Auch unser Handeln kann zum Segen für andere werden. Wenn wir uns von Gott leiten lassen und bereit sind, in Liebe zu handeln, wird er unsere Werke segnen. Lasst uns nicht müde werden, das Gute zu tun – Gott wird seinen Plan erfüllen.
Die Kraft der Grundhaltung
Eine positive Einstellung kann unser Leben prägen. Wenn die Sonne scheint, fällt es uns leicht, das Gute zu sehen. Doch wie reagieren wir, wenn Schwierigkeiten auf uns zukommen? Josef blieb seiner Haltung treu. Er ließ sich nicht von Bitterkeit oder Hass leiten, sondern entschied sich bewusst für das Gute. Diese Haltung erlaubte es ihm, selbst seinen Brüdern in Liebe und Vergebung zu begegnen.
Auch wir sind eingeladen, diese Haltung zu übernehmen: Gutes tun, nicht nur wenn es einfach ist, sondern gerade dann, wenn wir herausgefordert werden. Eine solche Haltung gibt uns Kraft und lässt uns über uns selbst hinauswachsen.
Wenn wir selbst Fehler machen
Manchmal sind wir nicht Josef – sondern seine Brüder. Wir erkennen, dass wir falsch gehandelt haben und Hilfe brauchen. Gott bietet uns diese Hilfe an. Er gibt uns Gelegenheiten zur Umkehr, zur Versöhnung und zur Heilung.
Gutes tun bedeutet nicht nur, für andere da zu sein, sondern auch, Hilfe anzunehmen, wenn wir sie benötigen. Manchmal sind es Menschen, die uns auf den richtigen Weg zurückführen. Manchmal spricht Gott direkt zu uns – in der Stille, in der Predigt oder durch eine innere Erkenntnis. Vergebung anzunehmen fällt oft schwer, doch sie öffnet den Weg zu echter Heilung.
Die Gnade Gottes annehmen und weitergeben
Jeder von uns braucht Gnade. Und jeder von uns ist berufen, Gnade weiterzugeben. Josef zeigte uns, was es bedeutet, zu vergeben. Er hätte seine Brüder bestrafen können – doch er entschied sich, ihnen in Liebe zu begegnen.
Auch wir stehen täglich vor dieser Wahl: Halten wir an Verletzungen fest, oder vertrauen wir darauf, dass Gott Gerechtigkeit wirkt? Wer Gnade empfängt, kann sie weitergeben. Wer Vergebung erlebt, kann sie anderen schenken. Unser Gottvertrauen wächst, wenn wir lernen, in Liebe zu handeln – unabhängig von den Umständen.
Das Gottvertrauen Josefs – Ein Vorbild für uns
Josefs Leben war kein leichter Weg, doch er ließ Gott walten. Dieses tiefe Vertrauen ist ein Vorbild für uns. Wir fragen uns oft: Warum gibt es Leid? Ist es Gottes Wille, dass wir Schwierigkeiten erleben? Die Wahrheit ist: Das Böse existiert in dieser Welt, doch Gott hat einen größeren Plan. Sein Ziel ist es nicht, uns ein sorgenfreies Leben zu schenken, sondern durch uns Gutes zu bewirken.
Gott gebraucht Menschen für seinen Plan
Josef, Mose, Paulus – sie alle vertrauten Gott, auch wenn ihr Weg schwer war. Paulus war krank und wurde verfolgt, doch er ließ sich nicht aufhalten, die Botschaft Gottes zu verbreiten. Sein Ziel war nicht, ein angenehmes Leben zu führen, sondern ein Werkzeug in Gottes Hand zu sein.
Auch Jesus Christus musste das Schlimmste durchleiden – doch es hatte einen höheren Sinn. Sein Leiden brachte uns Erlösung. Wenn wir Gottvertrauen haben, dürfen wir wissen: Er gebraucht auch unser Leben für einen größeren Plan.
Ein Segen für andere sein
Als Christen sind wir mit dem Heiligen Geist versiegelt. Das bedeutet nicht, dass unser Leben ohne Herausforderungen bleibt, aber es bedeutet, dass Gott uns dazu beruft, ein Segen für andere zu sein. Gott möchte durch uns wirken – wenn wir uns ihm anvertrauen.
Lassen wir uns von ihm leiten, so wie Josef es tat. Vertrauen wir darauf, dass er unseren Weg kennt. Unser Auftrag ist es, das Gute in die Welt zu tragen – nicht aus eigener Kraft, sondern aus der Kraft Gottes. Amen.
Literatur
- Gottesdienst am 16.03.2025 mit Apostel Arne Hermann