Gottes Reich ist gegenwärtig

Blind für Gottes Reich
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Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes?, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit äußeren Zeichen; man wird auch nicht sagen: Siehe, hier!, oder: Da! Denn sehet, das Reich Gottes ist mitten unter euch

Lukas 17,20.21 LU17

Als die Pharisäer Jesus diese Frage stellten, erwarteten sie, dass Jesus Gottes Reich hier auf Erden errichtet und vor allem, dass er das Volk Israel von der römischen Besatzung befreit. Er selbst dachte da aber nicht an derart politische Macht, sondern an Gottes Reich im geistigen Sinne. So wie wir es heute aus der christlichen Lehre kennen.

Was ist Gottes Reich?

Das Bild vom Reich Gottes symbolisiert die Gegenwart und die Herrschaft Gottes in seiner Kirche. Jesus hat das Reich Gottes in einigen Gleichnissen mit verschiedenen Schwerpunkten erleutert.

Das der Begriff Gottes Reich kann zum Beispiel die folgenden Bedeutungen haben:

  • Jesus Christus, den gegenwärtigen Herrn selbst
  • seine auf Erden gegenwärtige Kirche,
  • die sich mit der Hochzeit im Himmel zeigende Königsherrschaft
  • das Reich des Friedens, das Jesus Christus, der wiederkommende Herr, auf Erden aufrichten wird
  • die ewige Königsherrschaft Gottes in der neuen Schöpfung und
  • den Bereich des ewigen Lebens
Katechismus der Neuapostolischen Kirche 6.2.3.4

Der Weg in Gottes Reich beginnt in uns

Das Reich Gottes beginnt in uns. Wenn wir eines Tages sein Reich betreten wollen, müssen wir vor den Toren zu diesem Reich sein. Aus der Gottferne ist es sicher schwer zu erkennen, ob das Tor zu seinem Reich geöffnet ist. Selbst wenn wir von dort sehen, dass Gott die Tore zu seinem Reich öffnet, ist es unmöglich aus der Gottferne in das Reich Gottes einzugehen. Die Entfernung ist einfach zu groß und wenn wir dann merken was los ist und uns noch schnell aufmachen wollen, um Jesus nachzufolgen und um mit ihm in Gottes Reich einzugehen, wird es zu spät sein. Der Weg aus der Gottferne ist weit und beschwerlich und dann heißt es wie wir in einem unserer Chorlieder singen:

Und die Tür ward verschlossen.

Lied Nr. 436, Chorbuch für den neuapostolischen Gottesdienst (1. Auflage 2013), Verlag Friedrich Bischoff GmbH

In dem Lied heißt es aber auch, dass die bereit waren mit ihm hinein gingen. Also lasst und doch immer bereit sein für die Wiederkunft Christi. Denn wer nicht bereit ist, wird auch nicht mit Jesus Gottes Reich betreten. Wer nicht in der Nachfolge steht, bleibt zurück.

Aber was bedeutet es, in der Gottferne zu sein? Schließlich ist Gott doch allgegenwärtig. Wie kann man dann fern von ihm sein? Damit ist unsere innere Einstellung zu Gott gemeint. Wer in der Gottferne lebt, der kann Gott einfach nicht mehr wahrnehmen. Er hat verlernt, auf die Impulse des heiligen Geistes zu hören.

Für Menschen in der Gottferne ist das Reich Gottes zum Greifen nah, aber sie können es nicht mehr sehen und wahrnehmen, weil sie es verlernt haben, Gott zu spüren oder wahr zu nehmen. Um Gottes Nähe und sein Reich spüren zu können, ist es wichtig in der Gemeinschaft zu bleiben, zu beten und die Gottesdienste zu besuchen. Nur dann können wir sein Reich erkennen und dort eines Tages mit ihm in Harmonie zusammenleben.

Gottes Reich ist mitten unter uns

Eine weitere Voraussetzung, um in das Reich eingehen zu können, ist die Wiedergeburt aus Wasser und Geist. Es ist wichtig für uns Christen, dass wir uns der Erbsünde entledigen und uns den Samen des Heiligen Geistes einpflanzen lassen. Das sind die Grundvoraussetzungen dafür, um das Reich Gottes betreten zu können. Die Sünde hat dort keinen Platz und weil wir alle Sünder sind, müssen wir uns vorher verwandeln. Der alte Adam muss sterben und der Grundstein für das Sterben der alten Kreatur wird durch die Wassertaufe und die damit einhergehende Abwaschung der Erbsünde gelegt.

Der zweite Schritt in die Verwandlung zur Neuen Kreatur ist die Heilige Versiegelung. Bei ihr wird durch Handauflegung eines Apostels der Samen des Heiligen Geistes in uns hineingelegt.

Aber nur diese beiden Grundvoraussetzungen genügen nicht, um die Verwandlung zu vollenden. Es ist ein langer Weg, der unser ganzen Leben dauert. Wir müssen Jesus nachfolgen und dürfen nicht vom schmalen Weg abweichen. Wir müssen den Samen des Heiligen Geistes in uns zu einer Pflanze heranwachsen lassen und pflegen, bis sie Früchte trägt.

Aber selbst dann können wir die Verwandlung nicht aus eigener Kraft bewirken. Am Ende fehlt uns etwas, das wir zur Vollendung benötigen. Bei manchen kann auch etwas zuviel sein, das uns an der Verwandlung hindert. Doch dann kommt Gottes Gnade und Spiel. Er legt hinzu, was noch fehlt und nimmt hinweg was zuviel ist. Nur durch seine liebende, göttliche Gnade können wir Schlussendlich verwandelt werden.

Wachstum wie ein Senfkorn

Wie Gottes Reich wächst, beschrieb Jesus im Gleichnis vom Senfkorn. Zunächst ist dieser Same sehr klein und unscheinbar. Man sieht das Reich Gottes zunächst nicht, aber sein Wachstum ist unaufhaltsam und eines Tages wird die Bedeutung von Gottes Reich für alle offenbar werden.

Wie hat das Werk Gottes angefangen?

Die heutigen Christen wissen viel mehr über Gottes Reich, als die Menschen damals. Dennoch ist vielen Menschen dieses Wissen noch nicht zugänglich. Unsere Aufgabe als Christen ist es, das Evangelium zu verbreiten, soweit wir können. Auch wenn dies eine schier unmögliche Aufgabe ist, müssen wir uns um jede verlorenen Seele kümmern. Natürlich ist es nicht immer passend, von Gott zu reden, aber wenn sich die Gelegenheit als günstig erweist, ist es unsere heilige Pflicht als Christen, Zeugnis abzulegen.

Eines Tages wird unser Herr Jesus wieder kommen und die seinen zu sich nehmen. Die als würdig erachteten Menschen dürfen mit ihm Hochzeit im Himmel feiern und der Teufel wird ein letztes Mal auf die Erde losgelassen. Nach der Hochzeit im Himmel kommt Jesus mit den Seinen zurück auf die Erde. Der Teufel wird endlich gebunden und das Friedensreich errichtet. Als königliche Priesterschaft wird er mit den Seliggepriesenen das Evangelium weiter verkünden. Allen Menschen im Diesseits und im Jenseits soll so die Möglichkeit gegeben werden Jesus nachzufolgen.

Schließlich endet auch das Friedensreich und am Endgericht wird Gott über alle Menschen richten, die je gelebt haben. Am Ende werden diejenigen in das Reich Gottes eingehen, die als würdig erachtet wurden.

Man kann also durch aus erkennen, wie das Same zur Pflanze wird, um schließlich Früchte zu tragen. Natürlich auch, welche Konsequenzen es hat, wenn wir ein schlechter Gärtner in unserem Herzensacker sind.


Literatur

  • Leitgedanken 2025/07, 13.07.2025, Das Reich Gottes ist gegenwärtig, Verlag Friedrich Bischoff GmbH
  • Chorbuch für den neuapostolischen Gottesdienst (1. Auflage 2013), Verlag Friedrich Bischoff GmbH
  • Katechismus der Neuapostolischen Kirche. (2012). Deutschland: Bischoff.

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