Schöpfungsverantwortung – Oktober 2026

Johann Wenzel Peter artist QS:P170,Q4019010, Johann Wenzel Peter - Adam and Eve in the earthly paradise, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Am ersten Sonntag im Oktober dürfen wir den Gottesdienst zum Erntedankfest mit unserem Apostel Herrmann in Schweinfurt feiern. Passend zu Erntedank wird in diesem und dem darauf folgenden Gottesdienst die Schöpfung thematisiert. In diesem Artikel wollen wir aber ein ganz besonderes Augenmerk auf das Thema Schöpfungsverantwortung haben. Die nachfolgenden Ausführungen zu diesem Thema sind an die öffentlich zugänglichen Materialen des Vereins Initiative Schöpfungsverantwortung in der Neuapostolischen Kirche e.V. angelehnt.

Schöpfungsverantwortung

Große Umweltkatastrophen und -probleme sind den meisten Menschen bekannt. Darunter fallen Verschmutzung durch Kunststoffe (z.B Plastik und Ewigkeitschemikalien), Artensterben, Regenwaldabholzung, Meeresspiegelanstieg und El Niño, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Die großen Veränderungen in unserer Umwelt erscheinen uns oft weit entfernt, und ihre Auswirkungen scheinen in einer fernen Zukunft zu liegen.

Doch bereits heute können wir ganz in unserer Nähe die Anzeichen dieser Veränderungen erkennen. Zum Beispiel gibt es in der Flur von Pfersdorf eine Wernquelle, in der niemals Wasser zu sehen ist. Erst vor kurzem machte ich mich auf die Suche nach der Stelle, wo die Wern wirklich aus dem Boden kommt und tatsächlich fand ich sie inmitten von Pfersdorf. Der Grundwasserspiegel sinkt immer weiter und das merkt nicht nur der Mensch. Weiter Richtung Hain war einst der Biber zu Hause, doch aufgrund des schwindenden Wassers musste er weiter ziehen.

Ein weiteres Problem kann man heute in unseren Weinbergen sehen. Als ich dieses Jahr an einer Kräuterwanderung rund um Ramsthal teilnahm, war unter anderem eine Invasive Art das Thema. Das orientalische Zackenschötchen ist dort in den Weinbergen ein großes Problem. Es macht anderen Pflanzen den Lebensraum streitig und wegen der tiefen Pfahlwurzeln hilft gegen dieses Unkraut meist nur das Ausgraben von Hand.

Welchen Einfluss der Mensch auf die Natur hat, kann man gut am nächsten Fall erkennen. Auf der Reiterswiesener Höhe gibt es sog. Trockenwiesen, die gefährdeter Arten beherbergen. Diese Trockenwiesen entstanden vermutlich durch intensive Nutzung der Flächen als Weideland. Ohne den Menschen und die landwirtschaftliche Nutzung gäbe es diese Trockenwiesen und deren Artenvielfalt nicht.

Egal wie, ob positiv oder negativ, der Mensch hat einen nicht zu leugnenden Einfluss auf seine Umwelt und diese Tatsache bringt eine gewisse Verantwortung mit sich – die Schöpfungsverantwortung.

Schöpfungsverantwortung als göttlicher Auftrag

Diese Schöpfungsverantwortung lässt sich auch aus dem Schöpfungsbericht ableiten:

Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.

1. Mose 2,15 LU17

In diesem Vers werden die ersten Menschen in ihren Lebensraum gesetzt und erhalten ihre Aufgabe – vielmehr noch den Auftrag – die Schöpfung zu bewahren. Darauf wird auch im Katechismus der neuapostolischen Kirche hingewiesen:

Gott hat den Menschen ihren Lebensraum zugewiesen und ihnen den Auftrag erteilt, über die Erde zu herrschen und sie zu bewahren (1Mo 1,2-30; Ps 8,7). Im Umgang mit der Schöpfung ist der Mensch Gott, dem Schöpfer, gegenüber verantwortlich. Er ist gehalten, alles Leben und den Lebensraum wertschätzend zu behandeln.

KNK 3.3.1.2 Die sichtbare Schöpfung

Die Menschen unserer Kirche nehmen diesen Auftrag sehr ernst und es gibt mehrere Projekte, die uns das Thema Schöpfungsverantwortung näher bringen wollen. So gibt es das Projekt Schöpfungsverantwortung – Eine Initiative der neuapostolischen Kirche und eine eigene Initiative für Süddeutschland Sorgsam handeln. Einen Artikel zum süddeutschen Projekt wurde in der 30. Ausgabe der Südinfo auf S.12 bis 13 veröffentlicht.

Der Trend immer mehr haben zu wollen und das Gegenmittel

Global zeigt sich der Trend, dass sich Umweltveränderungen, wie Anstieg der Kohlenstoffdioxidkonzentration in unserer Atmosphäre, der damit einhergehende Temperaturanstieg, Veränderungen der Niederschlagsmengen, Gletscherrückgänge, Meeresanstieg uvm. immer schneller abspielen. Grund dafür sind die immer höheren Lebensstandards der Menschen, die immer mehr Ressourcen verbrauchen.

Gegen diesen Trend gibt es nur wenig effektive Maßnahmen, worunter eindeutig fällt, weniger zu verbrauchen. Bereits in der Grundschule haben wir gelernt, bewusst mit Ressourcen umzugehen. Dazu gehörte, Wasser und Strom zu sparen, Müll zu trennen und so einzukaufen, dass möglichst gar kein Müll entsteht. Ein wichtiger Grundsatz dabei ist, vor allem regionale und saisonale Produkte zu kaufen.

Dieses Verhalten nennt sich Suffizienz, was soviel wie Genügsamkeit bedeutet. Weniger ist mehr sollte unser Motto lauten. Schon Jesus Christus war uns in diesem Punkt ein Vorbild, auf das wir schauen können. Er wurde in einer Krippe in ärmlichen Verhältnissen geboren, er war ein Wanderprediger ohne jeglichen Besitz und wir kennen sicher alle die Begebenheit, als er mit den vorhandenen Ressourcen ein Wunder vollbrachte – er speiste mit lediglich fünf Broten und zwei Fischen 5000 hungrige Mäuler.

Auch wir können mit dem arbeiten, was wir haben: Vielleicht nehmen wir einmal selbst angebaute Blumen aus dem Kirchengarten für den Altarschmuck oder bilden Fahrgemeinschaften, um die Gottesdienste zu kommen. Es gibt viele Möglichkeiten unsere Ressourcen sparsam einzusetzen.

Weiteres Thema – Werke Gottes

Das zweite große Thema das Monats sind die Werke Gottes. Wie nehmen wir das Wirken Gottes in unserem Leben wahr oder mit anderen Worten, wie wirkt für uns persönlich? Im Gegensatz dazu beschäftigen wir uns auch damit, wie wir Gottes großen Heilsplan wahrnehmen. Was bedeutet er für uns und worauf kommt es wirklich an?


Literatur:

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