Die Kirche Christi – August 2026

Der Übertragungsgottesdienst aus Aubstadt mit Bezirksapostel Rheinberger liegt noch nicht lange zurück. Der Beginn des Gottesdienstes war wie eine Vorbereitung auf den Monat August, wo in den ersten Wochen die Kirche Christ im Mittelpunkt stehen soll.
In der Predigt wurde die Zukunft der Kirche thematisiert und von der irdischen und geistlichen Seite beleuchtet. Natürlich muss man sich Gedanken über die Kirchengebäude und den finanziellen Aspekt der Kirche machen, doch eigentlich geht es beim Thema Kirche doch um etwas anderes.
Für unseren Bezirksapostel ist das Wichtigste, dass in der Zukunft der Kirche immer noch die Gemeinde zum Brotbrechen zusammen kommt.
Die eine Kirche Christi
Im Katechismus steht, dass es nur eine heilige, allgemeine und apostolische Kirche gibt (vgl. KNK 6.4 Der Glaube an die eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche). Doch wir wissen alle, dass es viele Glaubensgemeinschaften gibt, die diesen Anspruch erheben. Dabei gibt es immer kleine bis große Meinungsverschiedenheiten, die irgendwann in der Geschichte zu einer Trennung führten.
Wir wollen aber nicht auf das achten, was uns trennt sondern auf das, was uns vereint und das ist Jesus Christus. Auch der Ökumenische Rat der Kirchen hat dies erkannt und veröffentlichte die folgende Formulierung, die auch in unserem Katechismus zu finden ist:
Kirchen, die den Herrn Jesus Christus gemäß der Heiligen Schrift als Gott und Heiland bekennen und darum gemeinsam zu erfüllen trachten, wozu sie berufen sind, zur Ehre Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Doch wenn Gott will, dass wir die Einheit bewahren, warum gibt es dann verschiedene Konfessionen? Warum lässt Gott diese Trennung und Spaltungen zu?
Warum gibt es verschiedene Konfessionen in der Kirche Christi?
(siehe auch Einheit und Gemeinschaft)
In einen Gespräch mit Pater Leonard Wetterich erzählte ich ihm von meiner Vorstellung, dass ich mir die Konfessionen wie Abteilungen der einen Kirche Christi vorstelle. Der Pater widersprach mir vehement und stellte seinen Standpunkt klar, dass die verschiedenen Konfessionen auf keinen Fall Gottes Wille sein können, da er möchte, dass sich alle Menschen einig sind.
Zunächst war ich ein wenig enttäuscht über die Aussage des Paters, doch kurze Zeit später las ich im neuen Testament eine interessante Passage:
Sie sprachen zu ihm: Warum hat dann Mose geboten, ihr einen Scheidebrief zu geben und sich von ihr zu scheiden? Er sprach zu ihnen: Mose hat euch erlaubt, euch zu scheiden von euren Frauen, eures Herzens Härte wegen; von Anfang an aber ist’s nicht so gewesen.
Matthäus 19,7-8 LU17
Diese Verse lassen sich leicht auf die Idee, der Konfessionen als verschiedene Abteilungen der Kirche Christi, übertragen. Natürlich hat der Pater recht damit, dass eine Spaltung der Kirche Christi nicht Gottes Wille sein kann. Aber unser himmlischer Vater lässt die Spaltung der Kirche zu, weil unsere Herzen durch unsere menschliche Meinungen verhärtet sind.
Die Kirche Christi ist ein Mysterium und manchmal versteht einer etwas anderes, als der andere. Doch so etwas darf einfach nicht zu einer Spaltung führen. Selbstverständlich darf man Dinge in Frage stellen und diese Fragen gilt es zu beantworten. Doch wir müssen uns immer bemühen alles aus der Liebe heraus zu betrachten. Nur dann kann etwas Neues entstehen und unser Glaube kann sich weiter entwickeln.
Die zehn Gebote und die goldene Regel
Das zweite große Thema der Gottesdienste im August sind die zehn Gebote. Bei diesem Thema muss ich immer an einen Vers aus dem alten Testament im Buch Tobit denken:
Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem anderen zu!
Tobit 4,15a LU17
Das Gegenstück dazu ist die goldene Regel aus dem Matthäus-Evangelium:
Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch!
Matthäus 7,12a LU17
Die entsprechenden Pendants zu diesen Versen sind zum einen die zehn Gebote und zum anderen das Doppelgebot der Liebe. Die zehn Gebote beschreiben dabei genau das, was wir nicht wollen, dass uns selbst geschieht. Das Doppelgebot der Liebe dagegen beschreibt, wie wir behandelt werden wollen. Diese beiden Verse helfen uns, Gott und den Menschen Liebe und Respekt entgegen zu bringen. Das bedeutet vor allem Gottes Willen zu tun und dort wo es nötig ist, unseren Mitmenschen in den Verschiedensten Situationen beizustehen und ihnen Trost zu spenden.
Im Verlauf des Gottesdienstes mit Bezirksapostel Reinberger kam er auch auf das Doppelgebot der Liebe zu sprechen. Als der Schriftgelehrte Jesus fragte, was das höchste Gebot wäre, gab Jesus ihm die Antwort, die wir alle kennen:
Das höchste Gebot ist das: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, 30 und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft« 31 Das andre ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« Es ist kein anderes Gebot größer als diese.
Markus 12,29-31 LU17
Der Schriftgelehrte wiederholte aber das Doppelgebote mit eigenen Worten und fügte hinzu, dass dieses Gebot mehr wert sei, als alle Brand- und Schlachtopfer.
In diesem Abschnitt nahm Jesus diesen Schriftgelehrten aus der Schublade, in die wir seine Zunft wähnen und sagte sinngemäß zu ihm, dass er nahe an der Wahrheit dran sei.
Aus der Liebe heraus oder Dienst nach Vorschrift
Doch was bedeutet dieser Abschnitt? Was heißt es, dass das Doppelgebote der Liebe viel mehr Wert ist, als alle Brand- und Schlachtopfer?
Bezirksapostel Rheinberger erwähnte in der Predigt kurz, dass wir viele Traditionen haben. Aber sind diese Traditionen alle richtig? Müssen wir alles so weiterführen, wie wir es immer gemacht haben?
Wenn wir uns immer stur an alte Traditionen, an Regeln und Vorschriften klammern, können wir uns nicht weiterentwickeln. Das heißt nicht, dass wir alle Traditionen, Regeln und Vorschriften über Bord werfen müssen. Es heißt nur, dass wir unseren Verstand auch in Glaubensdingen gebrauchen sollen.
Oder wie es unser Bezirksapostel ausdrückte:
Glauben mit ganzem Herzen und ganzem Verstand.
Unsere Aufgabe als Christ ist es, nach dem zu fragen, was unser Nächster braucht. Was kann ich für meinen Nächsten tun? Wir müssen mit offenen Augen durch die Welt gehen und das stille Leid oder das offensichtliche Kreuz der Menschen erkennen. Vielleicht hat Gott genau dich zur rechten Zeit an den rechten Ort gelenkt, um genau diesem Menschen zu helfen.
Fazit
Zusammengefasst kann man sagen, dass Bezirksapostel Rheinberger uns die Bedeutung des folgenden Verses aus dem neuen Testament wieder ins Bewusstsein gerufen hat:
Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.
Matthäus 5,17 LU17
Die Kirche ist seit jeher in stetigem Wandel. Immer wieder werden neue Erkenntnisse gesammelt, die mehr oder weniger gut bei den verschiedenen Gemütern ankommen. Dadurch ändert sich aber das Evangelium nicht. Die Lehre Jesus steht auch nicht im Widerspruch zum alten Testament. Jesus beleuchtet lediglich das alte Gesetz und die Worte der Propheten im Lichte seiner unendlichen Liebe.
Es geht nicht darum immer strikt nach Vorschrift zu handeln, sondern mit ganzem Herzen und ganzem Verstand. Genauso, wie es Jesus bei der Ehebrecherin getan hat, wollen wir es auch tun. Vorschriften, wie die zehn Gebote und alte Traditionen sind dazu gemacht, uns dem Heil näher zu bringen. Da wo diese Vorschriften drohen, uns zu spalten, müssen wir auf unser Herz hören und überlegen, ob diese Vorschrift wirklich wichtiger ist, als die Beziehung zu unserem Nächsten.
- Monatsschrift für Geistliche, August 2026, Verlag Friedrich Bischoff GmbH
- Gottesdienst mit Bezirksapostel Martin Reinberger in Bamberg am 26.07.2026
- https://herzensacker.de/predigtimpressionen/heil-kommt-von-jesus/
- https://nak.org/de/kennenlernen/katechismus?id=0812bb0a-9efb-4984-af2e-bbf891892680
