Göttliches im Alltag

Quelle: William Holmes / John Warner Barber, Religious Emblems, Cincinnati: J. H. Johnson, 1851, S. 127, „Faith and Works“. Digitalisat über Wikimedia Commons/Internet Archive. Public Domain

Im Monat September lenkt unser Bischof unseren Blick auf die folgenden Worte Jesu:

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben

Johannes 15,5 LU17

Die Verbindung mit Jesus ist essentiell dafür, dass unser aller Arbeit Früchte tragen kann. Wir alle müssen die Verbindung zu Jesus suchen. Das können wir im Gebet und in den Gottesdiensten tun. In dieser Verbindung mit Jesus finden wir auch die Verbindung untereinander. Nur in der Gemeinschaft der Heiligen Kirche können wir wahre Einheit erleben. Einheit in unserer Gemeinde, in den Sakramenten und schließlich mit dem dreieinigen Gott selbst.

Unser Bischof schreibt weiter, dass es uns manchmal so vorkommen mag, dass unsere Arbeit keine Früchte trägt. Man rudert und kommt doch nicht voran. Vielleicht liegt es daran, dass wir nur ein Ruder unseres Bootes nutzen: unsere eigenen Gedanken, Fähigkeiten und Talente. Vor kurzem sagte unser Bezirksapostel, dass wir ohne Frage unseren Verstand bei unserer Arbeit verwenden sollen. Doch dabei dürfen wir niemals die Verbindung zu unserem Herrn und das Vertrauen in ihn vergessen. Nur dann gelingt uns die Bewegung nach vorne – unserem Glaubensziel entgegen.

Göttliches in den Alltag integrieren

Der Monat September ist geprägt davon, unseren Glauben in den Alltag zu integrieren. Die zwei Themenreihen Eckwerte des Evangeliums und Den Glauben erleben führen uns durch den kommenden Monat. An den ersten beiden Sonntagen, sollen die Fragen beantwortet werden, wie das Heil Christi heute erfahrbar ist und wie wir das Evangelium in alle Bereiche des Leben weitertragen können. Am dritten Sonntag erfahren wir, welche Aspekte der Segen durch Christus erhält und am letzten Sonntag steht das aktive Warten auf die Wiederkunft Christ im Mittelpunkt des Gottesdienstes. Ich will nicht zu viel vorweggreifen, aber einige Gedanken möchte ich dazu gerne mit euch Teilen.

Konfirmation – Unser Versprechen Gott treu zu sein

Die meisten von uns haben bei der Konfirmation Gott die Treue gelobt und ab diesem Moment die Verpflichtung übernommen, die unsere Eltern bei der Taufe und Versiegelung stellvertretend für uns übernommen haben. Seit diesem Zeitpunkt sind wir selbst dafür verantwortlich göttliches in unser Leben zu integrieren.

Die Konfirmation selbst ist ein gutes Beispiel dafür, unseren Glauben in unserem Leben zu zeigen und zu bekennen. Wir haben vielleicht Freunde und Verwandte eingeladen, die nicht neuapostolisch sind oder vielleicht gar keinen Glauben haben. Zum ersten Mal haben wir entschieden, wem wir zeigen, dass wir fest an unseren Himmlischen Vater glauben und zu ihm halten.

Diesen Gedanken wollen wir mit in unser Glaubensleben nehmen. Jeden Tag begegnen wir Menschen, die vielleicht noch nie wirklich Kontakt zum christlichen Glauben hatten. Vielleicht ist unter ihnen jemand, der sich nach etwas sehnt, dass für ihn noch nicht wirklich greifbar ist. Das ist unsere Chance Zeugnis abzulegen und das Licht des Evangeliums weiterzutragen.

Der neuapostolische Christ und sein Glaubensleben

Ich habe mich gefragt, was wir noch tun können, um Göttliches in unseren den Alltag zu integrieren und sichtbar zu machen. Im Katechismus der neuapostolischen Kirche findet sich ein ganzes Kapitel das vom neuapostolischen Christen und seinem Glaubensleben handelt.

Dieses große Kapitel in unserem Katechismus ist in mehrere Unterkapitel gegliedert, die sich mit den eigentlichen Eckpunkten unseres Glaubenslebens beschäftigen: Das Gebet, Opferbereitschaft, Ehe und Familie, Pflichterfüllung in Beruf und Gesellschaft und Die neuapostolische Kirche als Teil der Gesellschaft. Das sind alles Bestandteile unseres Glaubens und unsere Lebens, in die wir Göttliches tragen wollen.

Wir wollen Gebet und Opferbereitschaft mit unserem Partner und in unserer Familie Leben. Wir alle haben unsere Pflichten, die wir nicht vernachlässigen dürfen, weil sonst unser irdisches Wohl darunter leidet. Trotzdem müssen wir auch unserem Glauben genug Platz in unserem Leben lassen, dass wir wachsen und uns weiterentwickeln können. Ganz nach dem altbekannten Sprichwort – Ora et Labora – wollen wir unsere natürliche Arbeit tun und uns immer wieder daran erinnern, dass Gott einen ganz persönlichen Plan für uns, aber auch einen großen Plan für die ganze Menschheit hat.


  • Monatsschrift für Geistliche, September 2026, Verlag Friedrich Bischoff GmbH
  • Quelle: William Holmes / John Warner Barber, Religious Emblems, Cincinnati: J. H. Johnson, 1851, S. 127, „Faith and Works“. Digitalisat über Wikimedia Commons/Internet Archive. Public Domain
  • Katechismus der Neuapostolischen Kirche. (2012). Deutschland: Bischoff.

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