Der Weg Christi

Den Weg Christi kann nur gehen, wer die Last der Sünde auf den Altar Gottes legt
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Und er fing an, sie zu lehren: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen.

Markus 8,31 LU17

Christi Weg – von Ewigkeit her

Hier ist der Weg, den Gott gelegt.

CB386

Jesus kannte seine Schicksal sehr genau, denn Gottes Plan war von Anfang an so vorgesehen. Schon als der Himmlische Vater den ersten Menschen im Paradies versprach, dass er einen senden würde, der der Schlange den Kopf zertritt, war der Weg Christi gelegt – von Ewigkeit her. Gottes Plan spiegelte sich immer wieder im alten Testament wieder und erfüllte sich dann im Neuen Testament (vgl. KNK 3.4.9.6). Die Erfüllug der letzten Verheißung ist unser Glaubensziel.

Der Weg Christi – für Menschen schwer verständlich

Wenn man im Abschnitt aus dem unser Textwort stammt fortfährt, liest man davon, dass Petrus versuchte Jesus von Gottes Plan abzubringen. Daraufhin sagte Jesus zu Petrus:

Weiche von mir Satan!

Petrus sah den göttlichen Plan aus menschlicher Sicht und konnte das alles einfach nicht verstehen. Oft erscheint auch uns der Weg Christi unverständlich.

Heute aber haben wir den Heiligen Geist als Werkzeug an die Hand bekommen, um die Dinge im göttlichen Licht zu betrachten. Ich möchte euch gerne ein Beispiel dafür an die Hand geben, das ich kürzlich selbst erleben durfte.

Den Weg Christi auch im Unchristlichen erkennen

Ab und zu gehe ich in ein kleines Antiquariat. Von meiner Arbeitsstelle ist es bequem innerhalb von zehn Minuten zu erreichen. Dort stöbere ich dann meistens in der Philosophie-/Theologieecke.

Beim letzten Mal sprach mich ein Buch mit dem Titel „Jesus auf der Seidenstraße“ von Karl-Ferdinand Schädler an. Im Groben handelt es von der Zeit in Jesu Leben nach dem Besuch im Tempel, als er ein Knabe von 12 Jahren war, bis zu seinem Wiedererscheinen als Erwachsener Mann.

Der Author schien der christlichen Lehre sehr kritisch gegenüber zu stehen und das Buch soll die Botschaft vermitteln, dass Jesus in den 18 Jahren seiner Abwesenheit auf der Seidenstraße unterwegs war. Er soll auf seinem Weg vielen Gelehrte und Prediger begegnet sein, von denen er einige Lehren übernahm. Er überlebte seine Kreuzigung und begab sich wieder auf die Seidenstraße.

Doch dies ist eine irdische und keine wohlwollende Sichtweise. Wer die Informationen aus diesem Buch aus der göttlichen Sicht betrachtet, kommt schnell auf die folgenden Gedanken:

Jesus war vielleicht wirklich auf der Seidenstraße unterwegs, aber er hat den Menschen auf seinem Weg das Evangelium gelehrt. Dass er nach seiner Auferstehung auch vielen dieser Menschen erschien ist doch nur logisch. Schließlich ist er schon in Jerusalem so vielen Menschen erschienen.

Ein Last ablegen und eine andere Tragen

So also musst du wandeln und sein Joch auf dich nehmen, welches sanft und leicht ist. Lege darum ab die schwere Sündenlast, welche den Lauf mit Christus hindert!

Nicolaus Cusanus. (2005). Philosophische und theologische Schriften. Herausgegeben von Eberhard Döring. Deutschland: Marix-Verlag.

Nicolaus Cusanus läd uns dazu ein, unsere Sündenlast auf den Altar abzulegen, um den Weg Christi gehen zu können. Wer sich darum bemüht seine schlechten Angewohnheiten los zu werden, kann sich mehr auf das Wesentliche fokussieren. Wer die Last seiner Sünde abgelegt und Raum für eine Neues gemacht hat, kann das Joch Jesu auf sich nehmen.

Ein Joch hilft dabei die Last oder das Kreuz, das Gott für uns vorgesehen hat, leichter zu tragen. Im irdischen hat ein Joch den Zweck, Arbeitstiere zu schonen. Das Joch Jesu hilft uns dabei im Werk Gottes mit zu wirken, ohne dass wir unter der Last unseres Dienstes zusammenbrechen.

Das Joch Jesu kann vieles sein. Die 10 Gebote und das Doppelgebot der Liebe, die den Umgang mit dem Nächsten regeln. Die Kirche, die Predigt und das Heilige Abendmahl, die uns stärken und neuen Mut geben. Alles Dinge ohne die unser Leben trist und leer wären.

Gott zeigt uns den Weg oft auf unerwartete Weise

Der Dienstleiter des vergangenen Gottesdienstes knüpfte an den Gedanken des Jochs Jesu an. Er sagte, dass uns die Nachfolge oft schwerer vorkommt als sie wirklich ist. Eigentlich muss man Jesus nur hinterher laufen oder ihn imitieren. Er erzählte dazu von einem Erlebnis, dass er vor einiger Zeit hatte:

Es gibt Momente im Leben, die einen tief berühren und demütig machen. Momente, in denen man erkennt, dass nicht alles in unserer Hand liegt. Eine solche Erfahrung durfte ich vor einiger Zeit machen.

Ich arbeite im medizinischen Bereich, und an einem bestimmten Tag wurde mir ein bewusstloses Kind als Patient übergeben. Das Kind atmete nicht mehr, und auf dem Monitor sah ich eine durchgehende Nulllinie – ganze zehn Minuten lang. Ich wusste, was das bedeutete: Ohne Sauerstoffversorgung gibt es kaum eine Hoffnung auf ein gutes Ende.

Doch mein Vorgesetzter zögerte nicht. Er entschied sich blitzschnell für einen Luftröhrenschnitt. Wir arbeiteten Hand in Hand, versuchten alles, um das Kind zu retten. Und dann geschah das Wunder: Das Kind lebte. Es hatte überlebt.

Einige Wochen später begegnete ich dem Kind erneut. Ich traute meinen Augen kaum. Trotz des langen Sauerstoffentzugs zeigte es keinerlei neurologische oder kognitive Einschränkungen. Es lachte, sprach, spielte – als wäre nichts geschehen.

Diese Begegnung ließ mir keine Ruhe. Ich suchte das Gespräch mit meinem Vorgesetzten und sprach meine Verwunderung aus. „Das ist medizinisch kaum möglich. Vielleicht hat der Monitor nicht richtig funktioniert?“ fragte ich ihn.

Doch seine Antwort traf mich unerwartet. Er sah mich ruhig an und sagte: „Mit dem Monitor war alles in Ordnung. Aber der liebe Gott hat eingegriffen.“

In diesem Moment wurde ich ganz klein. Ich spürte eine tiefe Ehrfurcht vor dem, was geschehen war. Wir hatten unser Wissen und unsere Fähigkeiten eingesetzt, ja. Doch letztlich war es Gottes Hand, die das Leben dieses Kindes bewahrt hatte.

Seit diesem Tag gehe ich mit noch mehr Demut an meine Arbeit heran. Ich tue mein Bestes, aber ich weiß: Das letzte Wort liegt nicht bei uns, sondern bei Gott.

aus einem Gottesdienst, rekonstruiert mit KI

Nachfolge bis zum Schluss

Nachfolge bis zuletzt – alles andere ist Leerlauf!

Stammapostel Ernst Streckeisen

Dieses Zitat von Stammapostel Streckeisen sagt klar und deutlich, dass wir ununterbrochen auf dem Weg Christi bleiben und ihm nachfolgen müssen. Es nützt nichts, wenn wir unser Leben lang treu im Werke Gottes geblieben sind, nur um uns kurz vor seiner Wiederkunft von ihm abzuwenden. Dann war die ganze Mühe umsonst.


Literatur

  • Leitgedanken 2025/03, 29.03.2025, Gottesdienstliche Gemeinschaft, Verlag Friedrich Bischoff GmbH
  • Leitgedanken 2010/08, 04./05.08.2010, Gottesdienstliche Gemeinschaft, Verlag Friedrich Bischoff GmbH
  • Nicolaus Cusanus. (2005). Philosophische und theologische Schriften. Herausgegeben von Eberhard Döring. Deutschland: Marix-Verlag.

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