Fürchte dich nicht – glaube nur!

Fürchte dich nicht, glaube nur!
aus Markus 5,36 LU17
Fürchte dich nicht, glaube nur! Unser Bibelvers, der dem ersten Gottesdienst in diesem Jahr als Grundlage dient, ist gleichzeitig das Jahresmotto für das Jahr 2026. Das alte Jahr ist vorüber und in der Zeit zwischen den Jahren konnten viele von uns entspannen und die Seele baumeln lassen. Vielleicht konnte manch einer seine Sorgen, die sonst so drückend groß, einmal vergessen und Frieden konnte ins Herz einkehren.
Doch nun steht ein neues Jahr an und die Sorgen sind wieder da. In den Nachrichten hört man von bedrückenden Ereignissen und wir machen uns sorgen. Doch wir sind nicht allein. Wir dürfen all unsere Sorgen auf den Herrn werfen. Das will er uns mit dem neuen Jahresmotto sagen: Trage alle deine Sorgen vor den Altar. Fürchte dich nicht, glaube nur!
Unser Bibelwort ist Teil eines Abschnittes mit der Überschrift Die Heilung einer blutflüssigen Frau und die Auferweckung der Tochter des Jairus.
Jesus musste sich erst um die blutflüssige Frau kümmern. Er vernachlässigte scheinbar die Tochter des Jairus. Es schien so, als wäre Jesus den natürlichen Zwängen unterworfen. Er konnte nicht an zwei Orten gleichzeitig sein. Er heilte die blutflüssige Frau auf Kosten des Lebens von Jairus Tochter.
Doch durch diese scheinbare Niederlage konnte Jesus Christus seine wahre Macht offenbaren. Er zeigte, dass er nicht den alten Zwängen unterliegt und tat etwas noch nie da gewesenes.
Fürchte dich nicht
Gott weiß, dass wir uns fürchten und er kennt die Ursache unserer Ängste. Er nimmt unsere Ängste ernst und er möchte, dass wir uns diesen Ängsten stellen. Wir dürfen uns nicht von diesen Ängsten beherrschen lassen und deshalb ruft er uns in diesem Jahr dieses Motto zu: Fürchte dich nicht, glaube nur!
Doch mit dieser Botschaft ist es nicht getan. Es möchte uns auch neue Kraft schenken. Diese Kraft erhalten wir aus der Verbindung zu ihm. Wir müssen nur dafür sorgen, dass diese Verbindung niemals abreißt. Wir müssen beständig bleiben im Beten und beständig darin bleiben, die Gottesdienste zu besuchen. Die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten bzw. mit Geschwistern im Glauben stärkt uns und gibt uns Halt.
Ganz besonders viel Kraft dürfen wir jedoch aus der Gemeinschaft im Gottesdienst mit dem dreieinigen Gott selbst schöpfen. Er tröstet uns mit seinem durch den heiligen Geist gewirkten Wort in jedem Gottesdienst. In jedem Gottesdienst dürfen wir in Brot und Wein den Leib und das Blut Jesu empfangen und so einen Teil seines Wesens in uns aufnehmen.
Glaube nur
Adolf Pohl schreibt in seiner Erklärung des Markusevangliums, dass Glauben im Hebräischen soviel bedeutet wie: Beständig gewinnen, sich festmachen, ins sich zur Ruhe kommen. Im Markusevangelium steht der Glaube immer mit den Wundern Jesu in Verbindung. Glaube ist also das Stillewerden vor Jesus Christus als dem Bevollmächtigten Sohn Gottes hier auf Erden.
Stille werden vor Jesus. Das machen wir vor jedem Gottesdienst. Wir treten aus dem Geschehen der Welt ein in sein Haus. Wir neigen unser Haupt, falten unsere Hände und sprechen ein stilles Gebet um uns für den Gottesdienst zu heiligen.
Wenn wir dann so sitzen, mit geneigtem Haupt und vielleicht noch der Orgel, dem Chor oder dem Orchester lauschen, kehrt Stille in unserem Herzen ein. Wir können für einen Moment unsere Sorgen auf dem Altar ablegen und uns einfach nur voller Glauben und Zuversicht in seiner Hand ausruhen. Wir vertrauen darauf, dass er uns im Gottesdienst den richtigen Hinweis gibt uns den Weg weist.
Wenn wir das Glauben und auf seinem Weg bleiben. Wenn wir seinen Worten vertrauen und daran glauben, dass er für uns ganz persönlich eine Plan hat, dann können wir wahrhaftig Gottes Liebe erleben.
Auswirkungen des Glaubens
Jetzt mochte sich der Glaube zeigen, wo alle Stützen weggeschlagen. Jetzt mochte der Glaube erst recht anfangen, wo alles aus war und das erwünschte Wunder nicht stattgefunden hatte. Glaube kommt nach dem Markusevangelium nicht aus dem Wunder, sondern Wunder kommen aus dem Glauben, ja aus dem Wunder des Glaubens.
Das Evangelium des Markus, erklärt von Adolf Pohl, S.237, Wuppertaler Studienbibel, 1995, R. Brockhaus
Ich musste an den Gottesdienst denken, als ich unseren Stammapostelhelfer Helge Mutschler zum ersten Mal hören durfte (vgl. Verlorene Schafe). Helge Mutschler gedachte in diesem Gottesdienst ganz besonders Menschen, die große Not erleiden müssen, mit den folgenden Worten:
Manche Glaubensgeschwister befinden sich in Lebensverhältnissen, die sind so schwer, so kaum zu ertragen sind , dass sie sich selbst verloren fühlen. Aber in den Augen Gottes sind diese Menschen nicht verloren oder vergessen.
Und genau zu diesem Zeitpunkt neigt sich Gott uns zu, wenn wir nur an ihm fest halten. Ich habe diese Tage erst mit einer Glaubensschwester gesprochen, die einen schweren Schicksalsschlag erleiden musste. Doch sie ist sich sicher, dass der Liebe Gott immer bei ihr ist. Mit dieser Herzenseinstellung kann sie sich doch sicher sein, dass Gott ihr hilft, egal wie schwer ihr Leben ist. Sie vertraut darauf, dass Gott sie immer wieder auffängt.
Genau dann ist der Zeitpunkt für Gottes Wunder. Wenn alle natürlichen Netze weg sind und nur noch Gott als letzte Möglichkeit bleibt, dann geht es denen, die glauben können besser. Dann können sie Glauben und Gott erleben.
Glaube errettet
Fürchte dich nicht, glaube nur! Das ist ein Mahnruf, sich im Jahr 2026 auf Jesus Christus, die unvergängliche Wahrheit des Evangeliums, die Grundlage des neuapostolischen Glauben und aller christlichen Konfessionen zu konzentrieren. In diesem Jahr wollen wir uns mehr unserem Glauben zuwenden und uns noch mehr vom Inhalt des Evangeliums prägen lassen.
Wir wollen uns vom Heiligen Geist leiten lassen, wenn wir uns mit den zehn Glaubensartikel beschäftigen. Wir wollen unsere Ängste überwinden und Gefahren mit innerer Stille und Gelassenheit begegnen.
Literatur
- Leitgedanken 2025/07, 09./10.07.2025, Gottesdienstliche Gemeinschaft, Verlag Friedrich Bischoff GmbH
- Das Evangelium des Markus, erklärt von Adolf Pohl, Wuppertaler Studienbibel, 1995, R. Brockhaus
