Verklärung Christi

Als er noch so redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören!
Matthäus 17,5 LU17
Die Verklärung Christi ist Teil der synoptischen Evangelien. D.h. sie kommt nicht nur im Matthäusevangelium vor, sondern wurde auch von den beiden Evangelisten Markus und Lukas überliefert (siehe Markus 9,2-13, Lukas 9,28-36).
Ungefähr eine Woche ist verstrichen, seit Jesus zum ersten Mal über seinen Leidensweg und sein nahes Sterbens sprach. Vermutlich verbrachten die Zwölf diese Zeit in Bestürzung und Niedergeschlagenheit.
Vor der Verklärung Christi bedient er sich wieder seiner Kraftquellen, von denen wir erst hören durften. Er betet und sucht die Nähe seines Vaters. Doch nicht allein. Er sucht sie, wenn auch nicht mit allen, in der Gemeinschaft der Jünger.
Er ging mit den drei Jünger Petrus, Jakobus und Johannes auf einen hohen Berg. Diese drei waren oft Zeugen großer Ereignisse. Hier werden sie Zeugen der Verherrlichung Christi. Im ersten Petrusbrief wird erneut darauf verwiesen. Die Verklärung Jesu zählt zum Fundament des apostolischen Christuszeugnisses bis in unsere Zeit.
Während der Verklärung Christi verwandelt sich seine Gestalt sichtbar für alle Anwesenden. In der Geschichte ist Jesus oft von Staub bedeckt, müde und gehetzt, wird verfolgt und versteckt sich teilweise. Doch im Moment der Verklärung wird sein wahres Wesen offenbar. Er wird vom glanzlosen Mensch zu einer göttlichen neuen Kreatur.
Das Gespräch mit den himmlischen Bewohnern Elia und Mose ist eine Bestätigung – wie durch eine Vorhut Gottes – dass Jesus der Christus, der Messias ist. Indem die beiden Repräsentanten des alten Bundes – Mose als Vertreter des Gesetzes und Elia als Vertreter der Propheten – sich mit ihm sehen lassen, bestätigen und ehren sie Jesus Christus als den Sohn Gottes.
Lass uns Hütten bauen. Die Jünger wollen, dass dieser Moment der Verklärung Christi niemals vergeht. Sie verstehen nicht und wollen nicht, dass Jesus leiden muss. Petrus fühlt sich wohl in diesem Moment und ich kann mir richtig vorstellen, wie ihm zumute war. Die Aussicht auf das, was Jesus über seinen Leidensweg sagte, machte ihm Angst. Er möchte nicht, dass sein Freund und Meister leiden muss. Wie wir heute, versteht auch er so viele Dinge nicht.
Die Wolke war schon im alten Testament eine Hinweis auf die Gegenwart Gottes. Gott verhüllt seine Gegenwart, um die Jünger vor seinem Antlitz zu schützen. Denn wer Gottes Angesicht sieht, der muss sterben. Der Vater neigt sich dem Sohn zu und Bestätigt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, dass er auserwählt wurde das größte Opfer für die Sünden den Menschheit zu bringen. Er tröstet seinen Sohn und die Jünger und fordert die Jünger stellvertretend für die Gesamte Menschheit auf, dem Messias Jesus Christus zuzuhören, auf das Evangelium zu hören und ihm zu Glauben.
Der Weg Jesu unter dem Wohlgefallen des Vaters
Eine nicht zu übersehende Parallele besteht zu Jesu Taufe im Jordan. Schon damals ertönte die Stimmte Gottes:
Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.
Matthäus 3,17 LU17
Dieses Wohlgefallen begleitet Jesus auf seinem Weg, den er hier auf Erden gehen musste, denn er tat alles, was seinem Vater gefällt. Er blieb Sündlos, selbst als der Teufel selbst ihn versuchte. Doch nicht durch seine menschliche Kraft, sondern durch sein Vertrauen in den Vater.
Jesus ist der das fehlende Puzzleteil, das uns zur Erlösung und zu unserem Heil fehlt. Gott hat Wohlgefallen an seinem Sohn und bestätigt und stärkt ihn vor seinem Leidensweg.
Unser Weg und Ziel
Auch bei unserer Taufe und Versiegelung bekennt sich Gott zu uns. Deshalb wollen auch wir seinem Vorbild nachfolgen. Bei der Konfirmation haben wir es ihm schließlich versprochen:
Ich entsage dem Teufel und all seinem Werk und Wesen und übergebe mich dir, o dreieiniger Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist, im Glauben, Gehorsam und ernstlichen Vorsatz: Dir treu zu sein bis an mein Ende. Amen.
KNK 12.2.2.2
Wir haben dem Teufel entsagt und uns dem Himmlischen Vater übergeben. Wir haben ihm die Treue gelobt und wollen dies nicht vergessen. Auch wenn es uns einmal schlecht geht und wir schwere Zeiten durchleben, wollen wir bei ihm bleiben und ihm nachfolgen.
Nur so können wir unser Heil erlangen und nur so können wir unsere Glaubensziel, die ewige Gemeinschaft mit dem Vater in der Neuen Schöpfung erreichen.
Christi Wort hören und befolgen
Um in der Nachfolge zu bleiben, fordert Gott uns dazu auf, die Worte Jesu zu hören. Das Evangelium in Form der Predigt, zu der wir in jedem Sonntag- und Wochentagsgottesdienst Zugang haben dürfen. Wir müssen daran denken, dass der himmlische Vater schwache und sündige Menschen als seine Werkzeuge nimmt, um seine durch den Heiligen Geist gewirkte Botschaft zu verkünden.
Nur wenn wir glauben, dass er es ist, der wahrhaftig durch diese Menschen wirkt, sind wir auch in der Lage, hinter dem Menschen das Amt zu erkennen und das Evangelium zu hören. Nur so können wir darauf vertrauen, dass am Altar kein fremdes Feuer brennt und der Amtsträger am Altar das reine Evangelium verkündet.
Dies ist die Voraussetzung dafür auf das Wort Gottes zu hören, der Botschaft die vom Altar kommt zu vertrauen und ihr zu folgen.
Literatur
- Leitgedanken 2026/03, 08.03.2026, Verklärung Christi , Verlag Friedrich Bischoff GmbH
- Das Evangelium des Matthäus, erklärt von Fritz Rienecker, Wuppertaler Studienbibel, 1995, R. Brockhaus
- Das Evangelium des Markus, erklärt von Adolf Pohl, Wuppertaler Studienbibel, 1995, R. Brockhaus
- Das Evangelium des Lukas, erklärt von Fritz Rienecker, Wuppertaler Studienbibel, 1995, R. Brockhaus
