Von der Nachfolge

Nachfolge - Gottesdienst unter einem Baum
Gottesdienst unter einem Baum. Im Hintergrund ein von Krieg zerstörtes Kirchengebäude - visualisiert mit Bing Image Creator - editiert mit Gimp

Da sprach er zu allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. 

Lukas 9,23 LU17

Unser Textwort stammt aus einer Passage, die sich von Vers 23 bis Vers 25 erstreckt und mit den Worten Von der Nachfolge überschrieben ist. Diese Passage ist auch in zwei weiteren Evangelien zu finden: Matthäus 16,24-28; Markus 8,34-9,1. Dieses Wort besteht in allen drei Evangelien aus den folgenden drei Teilen:

  1. Selbstverleugnung
  2. Das Kreuz auf sich nehmen
  3. Nachfolge

Diese drei Dinge sind essentiell für die Nachfolge. Wer Jesus Christus ernsthaft nachfolgen will, der muss diesen Dreiklang beachten.

Nachfolge der Jünger

Bezirksapostel Ehrich erzählte davon, dass er schon oft darüber nachgedacht hat, was die Nachfolge der Jünger bedeutet hat. Oft liest man über z.B die folgende Bibelstelle einfach hinweg:

Sogleich verließen sie ihre Netze und folgten ihm nach.

Matthäus 4,20 LU17

Man erkennt oftmals nicht die Bedeutung dieser einfachen Worte. Die Männer verließen all ihre irdischen Sicherheiten, um in die Nachfolge Jesus Christus zu treten.

Erschwernisse in der Nachfolge

Auch heute gibt es Menschen, die in Gebieten dieser Erde leben, die von Krieg heimgesucht werden. Der Bezirksapostel sprach von einem Videocall den er erst kürzlich mit Israel führte. Während des Gesprächs ertönten die Sirenen und sein Gesprächspartner musste fliehen.

Wir dürfen uns glücklich schätzen, dass wir in einem sicheren Land leben und dass es uns gut geht. Uns ist Ruhe gegeben und deshalb sollen doch vor allem wir im Werke Gottes mitwirken und Gutes tun (vgl. Frieden im Haus Gottes). Gutes tun in der Gemeinde und dabei helfen die Menschen wieder zu einer Gemeinde zusammen zu führen.

Jetzt mag der ein oder andere vielleicht sagen, dass seine Gemeinde erst kürzlich mit einer anderen zusammengelegt wurde. Aber die Gemeinde ist mit Sicherheit nicht an ein Kirchengebäude gebunden. So viel steht fest. In vielen Gegenden haben die Menschen gar kein Kirchengebäude. Sie treffen sich unter einem großen Baum oder besten Falls unter einem Dach das von Pfählen getragen wird. Wir haben doch keinen Grund zu klagen.

Selbstverleugnung und Nachfolge

Der erste Kernpunkt unseres Bibelworts ist die Selbstverleugnung. Aber was bedeutet das für uns heute? Für Fritz Rienecker ist Selbstverleugnung ein Abschiednehmen vom eigenen Ich und seinem Eigenwillen. Das bedeutet auch seinen persönlichen Neigungen und Wünschen zurückzustellen. Sich selbst zu verleugnen heißt, in Demut für seinen Nächsten zu leben und ihm zu dienen. Erst dann ist man bereit zur wahrhaften Nachfolge.

Das Kreuz sichtbar in der Nachfolge tragen

In einem der Wortbeträge wurde besonders betont, dass Jesus den Querbalken seines Kreuzes durch die Stadt tragen musste. Jeder konnte erkennen, dass der Gottessohn zum Tode verurteilt war. Er wurde an den Pranger gestellt und verhöhnt.

Heute versteht man dieses Bild so, dass auch der alte Adam und die alte Kreatur zum Tode verurteilt wurden und mit Jesus am Kreuz gestorben sind. Auch wir wollen heute unseren alten Adam zu Tode verurteilen. Als sichtbares Zeichen dafür, dass wir unser Sündhaftes altes Ich zum Tode verurteilt haben, wollen auch wir unser Kreuz sichtbar tragen.

Aber dieses Kreuz heißt nicht, dass wir ein leidvolles und elendes Leben führen müssen. Das Kreuz Christi, das wir tragen, soll vo allem Freude nach außen strahlen lassen.

Nachfolge ist kein Hinterherlaufen

Im Gottesdienst wurde auch gesagt, dass man in echter Nachfolge nicht zu weit zurück fällt, aber auch dass man nicht zu weit vorausläuft. Man geht mit Jesus Christus ans Ziel. Man strengt sich an gleichauf mit ihm zu bleiben und man greift auch nichts vorweg.

Der Bezirksapostel sprach von Imitatio Christi, dem lateinischen Ausdruck für die Nachfolge Jesu. Das lateinische Wort Imitation erinnert an das deutsche Wort imitieren. Wir wollen Jesus nachmachen, ihm nacheifern in allen Dingen und das tun was er tun würde.

Die Seeligpreisungen – eine Hausaufgabe

Bezirksapostel Ehrich gab uns am vergangenen Sonntag eine freiwillige Hausaufgabe mit. Wer möchte kann einmal die Seligpreisungen lesen (Siehe Matthäus 5,3; Lukas 6,20).

Die Seligpreisungen sind Worte Jesu aus der Bergpredigt, die uns einen besonderen Blick auf das Leben schenken. Sie zeigen, dass Gottes Segen oft anders aussieht, als wir es erwarten. Jesus spricht die Menschen an, die scheinbar wenig haben oder im Leben benachteiligt sind – die Trauernden, die Sanftmütigen, die Barmherzigen, die Friedensstifter. Er verspricht ihnen Trost, Frieden und die Nähe zu Gott.

In den Seligpreisungen wird deutlich: Gott sieht das Herz und achtet auf die, die demütig und ehrlich sind, die sich nach Gerechtigkeit sehnen und ihr Vertrauen auf ihn setzen. Wer nicht auf Reichtum, Macht oder Ansehen baut, sondern auf Gottes Liebe hofft, der erfährt seinen besonderen Segen. Jesus zeigt uns damit einen Weg, der nicht von äußerem Erfolg, sondern von innerem Frieden und echter Gottesnähe geprägt ist.

Diese Botschaft hilft uns, den Blick auf das Wesentliche zu richten: auf Liebe, Barmherzigkeit und Demut. Sie erinnert uns daran, dass wahres Glück nicht in materiellen Dingen liegt, sondern in der Verbindung zu Gott und in einem Leben, das von seinem Geist geprägt ist.


Literatur

  • Übertragungsgottesdienst aus München-Laim mit Bez.Ap. Michael Ehrich

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